Gärtnern im Quadrat

Heute habe ich ein Quadratbeet – nach Mel Bartholomew – angelegt:

Der Rahmen besteht aus (haltbarem!) Lärchenholz und ist auf jeder Seite 120 cm lang und 15 cm hoch. Er wird mit einem Substrat gefüllt, das sich aus drei Zutaten in gleichen Anteilen zusammensetzt: Komposterde + Kokosfasern + Vermiculit
Schnüre teilen die Fläche übersichtlich in 16 Quadrate à 30×30 cm.
In jedes Quadrat wird eine andere Pflanzenart eingesetzt. Dabei wird darauf geachtet, dass benachbarte Pflanzen jeweils einer anderen Pflanzenfamilie angehören und höhere Pflanzen nördlich von niedrigeren Pflanzen stehen.
Auf einer kleinen Fläche, die von allen Seiten leicht zugänglich ist, entsteht so eine artenreiche Mischkultur auf einem Boden, der viele Nährstoffe enthält, viel Wasser aufnehmen kann, immer locker bleibt und keinen Platz für unerwünschte Beikräuter lässt.

Haselmast

Meine Bücher sagen, dass es bei den Haselnüssen durchschnittlich alle 5 Jahre ein Mastjahr gibt, also ein Jahr mit hoher Fruchtproduktion. Das Jahr 2019 war definitiv eins! Und meinen Aufzeichnungen zufolge hatten wir 2014 die letzte große Haselnussschwemme. – Die Naturvorgänge laufen also ganz nach Plan!

Haselnüsse in bester Bio-Qualität
So viele Nüsse kann der Haselnussbohrer (Curculio nucum) unmöglich vertilgen!!

Gründung des DeFAF

Heute habe ich in Berlin der Gründung des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft (DeFAF) beigewohnt und war ziemlich beeindruckt von der großen Anzahl kompetenter Menschen, die sich diesem Thema mittlerweile verschrieben haben!

Mit Agroforstwirtschaft wird ein Landbausystem bezeichnet, bei dem auf ein und derselben Bewirtschaftungsfläche Ackerbau, Gartenbau und/oder Nutztierhaltung mit Waldbau kombiniert wird. – Eine Kombination aus Wald- und Gartenbau ist beispielsweise der Waldgarten.

Der Verein setzt sich bundesweit für die Erforschung und Anwendung von Agroforstwirtschaft als nachhaltige, vielfältige, multifunktionale, profitable und landschaftsästhetisch wertvolle Landnutzung ein.

Besuch von der Uni

Heute war eine dreiköpfige Delegation der Universität Potsdam bei mir zu Gast, um sich ein Bild von meinem mittlerweile 10jährigen Waldgarten zu verschaffen.

Am Institut für Umweltwissenschaften & Geographie (an dem ich einst Geoökologie studierte…) forscht eine Arbeitsgruppe zur Zeit über das Thema „Waldgärten als langfristige, multifunktionale Flächennutzung im urbanan Raum“. – Ich bin begeistert, dass das Waldgarten-Konzept nun als geniale Verknüpfung von Ökologie, Gestaltung und Nutzwert ins Bewusstsein der Menschen zu rücken scheint!

Hier eine ganze Website zum Thema:

urbane-waldgaerten.de

ökologischer Holzanstrich

Um Holzkonstruktionen im Außenbereich ökologisch einwandfrei vor Verwitterung zu schützen, gibt es ein vortreffliches Mittel: rohes Leinöl.
Es enthält keine Lösemittel oder sonstigen Zusätze und ist von Natur aus dünnflüssig, so dass es schnell in den Untergrund eindringen kann. Das Holz wird dadurch vor Feuchtigkeit geschützt, bleibt aber offenporig und kann atmen!

Das Klohäuschen hat einen Leinöl-Anstrich bekommen.

Bokashi herstellen

Eine einfache Methode, hochwertigen, organischen Dünger zu erzeugen, der mit vielfältigen Mikroben durchsetzt ist, ist das Herstellen von „Bokashi“. So werden im Japanischen fermentierte Grünabfälle genannt.

Anders als beim Kompostieren, bei dem organisches Material locker gelagert und regelmäßig belüftet wird, wird das organische Material beim Fermentieren verdichtet und luftdicht (unter Sauerstoffabschluss) gelagert.
Während beim Kompostieren das Material durch Oxidation (also durch Reaktion mit Sauerstoff) zersetzt wird, wobei viel Energie und Nährstoffe verloren gehen (Temperaturen steigen auf 70°C, und 70% des Stickstoffs entweicht), wird es beim Fermentieren durch mikrobielle Vergärung zusätzlich mit Nährstoffen angereichert!

Das sind also gute Gründe, Bokashi selbst herzustellen! Hier folgt eine kurze Anleitung:

  1. Küchenabfälle sammeln
    Alles Organische ist geeignet, sofern es nicht zu grob und holzig ist.
  2. Küchenabfälle in Bokashi-Eimer geben und verdichten
    Zum Verdichten eignet sich gut ein Kartoffelstampfer.
  3. eine Schicht zerkleinerte Biokohle über die Abfälle streuen
    Wenn die Fermentation nicht richtig in Gang kommt, kann man die Kohleschicht zusätzlich mit EMa besprühen.
  4. Eimer luftdicht verschließen
    Der Eimer sollte an einem Ort stehen, wo gleichbleibende Temperaturen herrschen.
  5. Sickerflüssigkeit alle 2-3 Tage ablassen
    Mit Wasser verdünnt, stellt der Sickersaft einen kräftigen Flüssigdünger dar.

Wenn der Eimer voll ist, sollte er noch 3-6 Wochen ruhen. Dann kann das fertige Bokashi auf den Beeten ausgebracht und mit Erde bedeckt werden, wo die Regenwürmer es innerhalb weniger Wochen in Humus verwandeln werden.

Fertiges Bokashi riecht süß-säuerlich, niemals faulig.
Die Oberfläche ist mit einem weißen Geflecht überzogen – die Arbeit fleißiger Aktinomyzeten.

Hier gibt es noch eine etwas ausführlichere Beschreibung des Bokashi-Systems.