Kategorie-Archiv:Waldgarten

Gründung des DeFAF

Heute habe ich in Berlin der Gründung des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft (DeFAF) beigewohnt und war ziemlich beeindruckt von der großen Anzahl kompetenter Menschen, die sich diesem Thema mittlerweile verschrieben haben!

Mit Agroforstwirtschaft wird ein Landbausystem bezeichnet, bei dem auf ein und derselben Bewirtschaftungsfläche Ackerbau, Gartenbau und/oder Nutztierhaltung mit Waldbau kombiniert wird. – Eine Kombination aus Wald- und Gartenbau ist beispielsweise der Waldgarten.

Der Verein setzt sich bundesweit für die Erforschung und Anwendung von Agroforstwirtschaft als nachhaltige, vielfältige, multifunktionale, profitable und landschaftsästhetisch wertvolle Landnutzung ein.

Besuch von der Uni

Heute war eine dreiköpfige Delegation der Universität Potsdam bei mir zu Gast, um sich ein Bild von meinem mittlerweile 10jährigen Waldgarten zu verschaffen.

Am Institut für Umweltwissenschaften & Geographie (an dem ich einst Geoökologie studierte…) forscht eine Arbeitsgruppe zur Zeit über das Thema „Waldgärten als langfristige, multifunktionale Flächennutzung im urbanan Raum“. – Ich bin begeistert, dass das Waldgarten-Konzept nun als geniale Verknüpfung von Ökologie, Gestaltung und Nutzwert ins Bewusstsein der Menschen zu rücken scheint!

Hier eine ganze Website zum Thema:

urbane-waldgaerten.de

Exkursionsziel Waldgarten

Heute war eine Exkursionsgruppe vom Peace of Land bei mir im Garten zu Besuch. Bei einem ausgedehnten Streifzug durch meine Pflanzungen sind vor allem die reifen Japanischen Wildäpfel gut angekommen: Sie schmecken aromatisch süß und können wie Kirschen gegessen werden – d.h. vom Stiel in den Mund!

Unter den Teilnehmern war auch Tomas Remiarz aus England, dessen Buch „Forest Gardening in Practice“ ich an dieser Stelle gerne empfehle.

Literaturtipps

Als Inspirationsquellen für den eigenen Fruchtgarten (oder als Begleitbücher zu meinem Waldgärtner-Spiel!) möchte ich die beiden folgenden Titel empfehlen:

Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten (Leopold Stocker Verlag)
Autor: Helmut Pirc; 416 Seiten; 39,90 €

555 Obstsorten für den Permakulturgarten und -balkon (Löwenzahn Verlag)
Autor: Siegfried Tatschl; 424 Seiten; 34,90 €

Beide Bücher präsentieren die Vielfalt von heimischen Wildfrüchten und exotischen Obstarten. Sie informieren über Standort, Pflege und Vermehrung der Gehölze und beschreiben die Möglichkeiten zur Verwendung und Verarbeitung der Früchte.
Während Pirc zusätzlich eine gute Sortenauswahl zu den einzelnen Arten aufführt, benennt Tatschl direkte Bezugsquellen zu den Pflanzen.

Anmerkung: Die Links führen zu Amazon, da man sich dort umfassend über die Artikel informieren kann. Permakulturell wertvoller ist es, sie beim örtlichen Buchhändler zu erwerben!

Erste Gehölzführung in Fischers Garten

Da meine kleinen Anpflanzungen sich mittlerweile zu ansehnlichen Vorzeigeexemplaren entwickelt haben, konnte ich heute zur ersten offiziellen Führung durch den Waldgarten einladen. Dabei zeigte sich nicht nur der Asiatische Blüten-Hartriegel von seiner besten Seite, …

Cornus kousa

… auch konnte ich den Teilnehmern die unscheinbare Blüte der Amerikanischen Kakipflaume präsentieren:

Diospyros virginiana

Minze als Strauch

Den Begriff „exotisch“ kann man zwar nicht steigern. Aber das exotischste Gehölz in meinem Garten ist wohl der Tasmanische Minzestrauch (Prostanthera cuneata), der – wie der Name verrät – von der gegenüberliegenden Erdhalbkugel stammt. Seine Triebe duften wohlig nach Minze und können zu einem aromatischen Tee aufgebrüht werden. Aber besonders apart sind seine Blüten, die bei mir heute zum ersten Mal erschienen sind!

Die Blüte des Tasmanischen Minzestrauchs

Gilden anlegen

Eine Streuobstwiese anzulegen, bei der Obstbäume verstreut auf einer Wiese stehen, macht vor allem in Verbindung mit Viehhaltung Sinn. In einem Waldgarten bietet es sich hingegen an, vielfältigere Pflanzengemeinschaften (sogenannte Gilden) zu schaffen, bei denen die Bäume in Gemeinschaft mit anderen, nützlichen Pflanzen leben.

Gestalterisch kann man das sehr gut durch Kreisbeete umsetzen, die man um die jungen Gehölze anlegt. Von innen nach außen entstehen dabei drei Ringe:

  1. der Mulchring (Breite: 1m)
    Die Fläche direkt um den Stamm herum wird mit Pflanzenmulch (Rinde, Stroh, Laub), Steinen oder Lebendmulch abgedeckt.
  2. der Staudenring (Breite: 1m)
    Hier werden Bodenverbesserer (Gründünger, Tiefwurzler), Aromapflanzen, Ablenkpflanzen oder essbare Stauden eingebracht.
  3. der Ergänzungsring (Breite: 1m)
    Hier können Wege verlaufen, Kulturbeete angelegt (vorrangig nach Süden) oder Kleinsträucher (vorrangig nach Norden) eingebracht werden.
Birnbaum mit Mulch- und Staudenring

Moorbeet

Heute habe ich ein Streifenbeet mit kleinen Fruchtsträuchern bestückt, die sauren Boden benötigen:

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Niedere Scheinbeere (Gaultheria procumbens), Hohe Scheinbeere (Gaultheria shallon) und Schmalblättrige Heidelbeere (Vaccinium angustifolium)

Erstes Waldgarten-Seminar

Vom 31. März bis 2. April habe ich zusammen mit Konstantin Kirsch in Nentershausen (Hessen) ein Wochenendseminar zum Thema „Planung eines Waldgartens“ durchgeführt. Mit über einem Dutzend Teilnehmern aus allen Ecken Deutschlands und einem bunten Programm aus Kurzvorträgen, Gartenbesichtigungen, Pflanzenvorstellungen, Entwurfsplanungen und einer Partie „Waldgärtner“ war das eine wirklich schöne, runde Veranstaltung!

aktuelle Blüte der Kirsch-Pflaume (Prunus cerasifera)