Kategorie-Archiv:Wildkräuter

Gilden anlegen

Eine Streuobstwiese anzulegen, bei der Obstbäume verstreut auf einer Wiese stehen, macht vor allem in Verbindung mit Viehhaltung Sinn. In einem Waldgarten bietet es sich hingegen an, vielfältigere Pflanzengemeinschaften (sogenannte Gilden) zu schaffen, bei denen die Bäume in Gemeinschaft mit anderen, nützlichen Pflanzen leben.

Gestalterisch kann man das sehr gut durch Kreisbeete umsetzen, die man um die jungen Gehölze anlegt. Von innen nach außen entstehen dabei drei Ringe:

  1. der Mulchring (Breite: 1m)
    Die Fläche direkt um den Stamm herum wird mit Pflanzenmulch (Rinde, Stroh, Laub), Steinen oder Lebendmulch abgedeckt.
  2. der Staudenring (Breite: 1m)
    Hier werden Bodenverbesserer (Gründünger, Tiefwurzler), Aromapflanzen, Ablenkpflanzen oder essbare Stauden eingebracht.
  3. der Ergänzungsring (Breite: 1m)
    Hier können Wege verlaufen, Kulturbeete angelegt (vorrangig nach Süden) oder Kleinsträucher (vorrangig nach Norden) eingebracht werden.
Birnbaum mit Mulch- und Staudenring

Erste Pflanzung

Heute habe ich das erste essbare Kraut in den Garten gepflanzt: den Wunder-Lauch (Allium paradoxum). Ursprünglich vom Kaukasus stammend, ist diese Lauchart Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Berliner Botanischen Garten (heute Kleistpark) ausgebüchst und hat sich in der Havelregion stark ausgebreitet. Darum wird sie auch „Berliner Bärlauch“ genannt – und kann genauso verwendet werden.

frisch gepflanzter Wunder-Lauch am Fuß der Walnuss
Nach drei Jahren wird er die gesamte Baumscheibe ausgefüllt haben